Über Xeroan (und Kay Noa)

Schwerttanz-Saga Kay Noa
Bild von Berichterstatter Xeroan von Athon

Geschichte wird üblicherweise von denen geschrieben, die nicht dabei gewesen sind.

Das ist nicht überraschend, denn häufig endet die Teilnahme tödlich. Geschichte wird zu allen Zeiten mit Blut geschrieben und speziell eine Zeitenwende geht nicht gerade zimperlich mit ihren Kindern um.

Die Barden singen heute, die Helden jener Tage hätten sich den Ruhm nur holen müssen. Doch ich focht in zu vielen dieser Schlachten, ritt mit dem Sohn der Sonne und Kuno Karolan, mit dem Herrn der Zungen, Kaiserin Sherezan und Barrad Eoman, dem Drachenfürst. Mein Lied wird anders klingen.

Meist verfolgen die Erzähler mit ihren Geschichten bestimmte Ziele. Nicht immer geht es um die Wahrheit. Erzähler sind nicht besser als andere Menschen. Darum ist beim Lesen solcher Berichte stets Vorsicht geraten und ein gesundes Maß an Skepsis. Auch über diese Zeitenwende wird viel berichtet werden*, und wenn die Hälfte davon stimmt, wäre ich angenehm überrascht. Leider bin ich zu alt geworden, um mir allzu große Hoffnungen zu machen. Darum habe ich selbst noch einmal aufgeschrieben, wie es sich damals zugetragen hat, und ich verpflichte mich der Wahrheit, mit der ich immer schon Mitleid hatte. Die meisten halten mich für einen Helden und die, die mich besser kennen, für einen jämmerlichen Feigling. Das liegt übrigens überraschend dicht beisammen.

Und doch sollten meine Leser mir so wie jedem anderen Schreiber misstrauen, ich bin gegen Irrtümer nun wahrlich nicht gefeit und niemand des Denkens enthoben.

Xeroan

Kaiserlicher Chronist

der Mittfeste zu Athon


*    Und nicht nur von mir, der ich das zweischneidige Vergnügen hatte, die kaiserliche Chronik zur Zeitenwende zu verfassen.

Kay Noa – die Herausgeberin von Xeroans Bericht.

Die Idee, Xeroans Abenteuer in Buchform herauszubringen, kam mir während meines Jura-Studiums, bei dem man sonst sehr schnell beginnt, sich seltsam auszudrücken. Ich ahnte damals freilich nicht, wie episch dieses Werk werden würde, und wie ausufernd und zeitaufwändig die Überarbeitung.

Aber ich bereue nichts, denn Xeroan ist über die Jahre auch mir ein treuer und verlässlicher Freund geworden, der mich oft abgelenkt, manchmal aufgebaut und auch getröstet hat. In einer Sache sind er und ich uns einig:

Bücher sind Orte, wo man hinkann, wenn man nicht wegkann.

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